Restaurierung der Johann Patroclus Möller-Orgel (1736/38) in der Abtei Marienmünster Projektbeschreibung (entnommen aus dem Text des Auftraggebers)
In der Abtei Marienmünster befindet sich die wohl
bedeutendste historische Orgel des bekannten Orgelbaumeisters Johann Patroclus
Möller (1698–1772) aus Soest. Die Orgel mit 42 Registern (ca. 2.750 Pfeifen) auf
drei Manualen und Pedal wurde in den Jahren 1736 bis 1738 errichtet. Alle
Pfeifen – mit Ausnahme einzelner innen stehender Holzpfeifen – sind aus fast
reinem Blei gefertigt. Das führte, insbesondere bei den großen Prospektpfeifen,
zu merklichen Verformungen und machte diese Pfeifen instabil.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Orgel mehrfach
repariert bzw. umgebaut:
1856: Beseitigung von Schäden,
die während des Baus der Westtürme durch Witterungseinflüsse entstanden waren
(Lehrer und langjährigen Organist Bollens);
1879: Reparaturen
an den Windladen; Erneuerung bzw. Ergänzung einiger Register (Orgelbauer Anton
Döhre/Steinheim); zwei zusätzliche Pedalregister auf separater Windlade hinter
dem Gehäuse;
1896:
neue Windanlage;
1921: umfassende
Renovierung durch die Firma Feith/Paderborn; dabei Umbau der originalen
Springladen des Hauptwerks und des Pedals zu Schleifladen; Teile der
Zungenstimmen erneuert; neue Spiel- und Registertraktur sowie Manual- und
Pedal-Klaviaturen; Beibehaltung der beiden Pedalregister von 1879;
1967:
Rückführung der Orgel auf den vermuteten Originalzustand durch
die Firma Breil/Dorsten (Gutachter: Prof. Dr. Rudolf Reuter, Münster);
Entfernung der Zusätze von 1879; Verlegung des Zugangs zur Orgelempore zur Mitte
hin, da alle Pedalpfeifen im Orgelgehäuse untergebracht werden sollten.
Bei all diesen Umbauten blieben wesentlich Teile
der Orgel unverändert: insgesamt ca. 82% aller Pfeifen stammen aus der Werkstatt
Möller. Als eine der wenigen Orgeln dieser Region steht sie im übrigen noch
immer an ihrem ursprünglichen Platz auf der
West-Empore.
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Ziel der gegenwärtig laufenden Restaurierung durch
die Firma Muhleisen/Straßburg (Gutachter: Prof. Dr. Christian Ahrens, Bochum)
ist es, den Originalzustand der Orgel genauestens zu erfassen und so weit wie
möglich wieder herzustellen. Zugleich soll ihr eigentümlicher Klang – geprägt
vor allem durch die auffallend eng mensurierten Principale und die
vergleichsweise weichen Zungenstimmen – bewahrt bleiben. Er ist einmalig für
diese Region und macht die Möller-Orgel in Marienmünster zu einem unermeßlichen
musikalischen Kleinod.
Um sicherzustellen, dass bei dieser Rückführung
auf die ursprüngliche Position eine optimale Klangwirkung erreicht wird,
arbeitet die Orgelbaufirma Muhleisen aus Straßburg mit Fachleuten des Fraunhofer
lnstituts aus Stuttgart zusammen, welche entsprechende akustische Messungen
durchführen.
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