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MARIENMÜNSTER Restaurationen
  2011-11-15

Restaurierung der Johann Patroclus Möller-Orgel (1736/38) in der Abtei Marienmünster

 

Projektbeschreibung (entnommen aus dem Text des Auftraggebers)


In der Abtei Marienmünster befindet sich die wohl bedeutendste historische Orgel des bekannten Orgelbaumeisters Johann Patroclus Möller (1698–1772) aus Soest. Die Orgel mit 42 Registern (ca. 2.750 Pfeifen) auf drei Manualen und Pedal wurde in den Jahren 1736 bis 1738 errichtet. Alle Pfeifen – mit Ausnahme einzelner innen stehender Holzpfeifen – sind aus fast reinem Blei gefertigt. Das führte, insbesondere bei den großen Prospektpfeifen, zu merklichen Verformungen und machte diese Pfeifen instabil.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Orgel mehrfach repariert bzw. umgebaut:

1856: Beseitigung von Schäden, die während des Baus der Westtürme durch Witterungseinflüsse entstanden waren (Lehrer und langjährigen Organist Bollens);

1879: Reparaturen an den Windladen; Erneuerung bzw. Ergänzung einiger Register (Orgelbauer Anton Döhre/Steinheim); zwei zusätzliche Pedalregister auf separater Windlade hinter dem Gehäuse;

1896: neue Windanlage;

1921: umfassende Renovierung durch die Firma Feith/Paderborn; dabei Umbau der originalen Springladen des Hauptwerks und des Pedals zu Schleifladen; Teile der Zungenstimmen erneuert; neue Spiel- und Registertraktur sowie Manual- und Pedal-Klaviaturen; Beibehaltung der beiden Pedalregister von 1879;

1967: Rückführung der Orgel auf den vermuteten Originalzustand durch die Firma Breil/Dorsten (Gutachter: Prof. Dr. Rudolf Reuter, Münster); Entfernung der Zusätze von 1879; Verlegung des Zugangs zur Orgelempore zur Mitte hin, da alle Pedalpfeifen im Orgelgehäuse untergebracht werden sollten.

Bei all diesen Umbauten blieben wesentlich Teile der Orgel unverändert: insgesamt ca. 82% aller Pfeifen stammen aus der Werkstatt Möller. Als eine der wenigen Orgeln dieser Region steht sie im übrigen noch immer an ihrem ursprünglichen Platz auf der West-Empore.

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Ziel der gegenwärtig laufenden Restaurierung durch die Firma Muhleisen/Straßburg (Gutachter: Prof. Dr. Christian Ahrens, Bochum) ist es, den Originalzustand der Orgel genauestens zu erfassen und so weit wie möglich wieder herzustellen. Zugleich soll ihr eigentümlicher Klang – geprägt vor allem durch die auffallend eng mensurierten Principale und die vergleichsweise weichen Zungenstimmen – bewahrt bleiben. Er ist einmalig für diese Region und macht die Möller-Orgel in Marienmünster zu einem unermeßlichen musikalischen Kleinod.

Um sicherzustellen, dass bei dieser Rückführung auf die ursprüngliche Position eine optimale Klangwirkung erreicht wird, arbeitet die Orgelbaufirma Muhleisen aus Straßburg mit Fachleuten des Fraunhofer lnstituts aus Stuttgart zusammen, welche entsprechende akustische Messungen durchführen.




Für detaillierte Informationen (Disposition, etc)
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Orgelgehäuse
 

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 Alte Möller Pfeifen

 
Wiederhergestellte Gehäuseteile 

 Restaurierung der Schleifladen


 

      
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